Rechtsschutz ist nur gut, wenn du recht hast. Eine Rezension über “Voigt regelt”

Moderne Wegelagerei führt oft dazu, sich bedrängt zu fühlen.

Insbesondere dann, wenn man unfreiwillig dabei fotografiert wurde. Wohl dem der so weise eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. Sollte man zumindest denken. Bisher hatte ich selbst nur in Fällen, wo ich von vornherein schon 100 % recht hatte, mein Rechtsschutz benutzt.

Da ich beruflich auf meinen Führerschein angewiesen bin, kann ich mir so etwas wie Punkte nicht leisten. Kurz gesagt, ich war mit meiner Frau, meinem Kind und unserer Französischen Bulldogge auf dem Heimweg von der polnischen Ostsee bei Danzig. Durch Berlin sind wir so noch nie gefahren. Viele Autobahnkreuze, auf denen sehr viel Verkehr herrscht.

Die ganze Strecke von 9h Fahrt und mehr, fährt man mit oberster Vorsicht und nicht schneller als 130 km/h. Auf einem Autobahnkreuz beim Auffahren musste ich mich nun auf rechten LKW -Verkehr und linken LKW – Verkehr konzentrieren, da ich mitten zwischen 2 LKW gekommen bin. So bedrängt ist man bestrebt schnell da herauszukommen und die LKWs zu überholen. Als ich dann am LKW gerade vorbei war, blitzte es auch schon. Mitten am Ausläufer von der Auffahrt stand da so eine Litfaßsäule zum Blitzen. Innerhalb von Sekunden wird dir klar, dass das Gerät nicht dafür da ist, Fahrer zu erziehen, sondern einfach nur, um dich abzuziehen.

Nahezu vergessen habe ich den Blitzer im Laufe der Zeit. Doch der Brief kam dann doch. 21 km/h außerorts wurde mir vorgeworfen. Also 101 km/h wo 80 km/h erlaubt ist.

Ich habe natürlich sofort gegoogelt, wie realistisch Zeitreisen sind. Leider scheint das nicht aussichtsreich.

Zum Glück bin ich ja Rechtsschutzversichert. Ich habe gleich gegoogelt, wo ich einen Anwalt finden könnte. “Voigt regelt” na das hört sich doch Vertrauenerweckend an.

Kurz angeschrieben per Mail und gefragt, ob hier geholfen werden kann. Nachdem ich meine Rechtsschutzversicherung angegeben habe und den Bescheid plus Vollmachten zugesandt hatte, war ich großer Hoffnung.

Das Schreiben, was “Voigt regelt” zur Behörde schickte, hörte sich ganz gut an. In diesem wurde so ziemlich jeder Wartungsnachweis des Blitzers angefordert sowie noch andere Nachweise von Schulungen. Doch “Voigt regelt” hätte jederzeit die Unterlagen einsehen können, laut des Richters. Es wird nicht an der Richtigkeit der Nachweise gezweifelt, laut des Richters.

Das heißt im Umkehrschluss, dass das Anwaltsbüro hier hätte vorher die Richtigkeit selber prüfen können. Anstelle dessen hat das nur die Strafe, die ich zahlen musste, in die Höhe getrieben. Versprochen hat man mir, dass falls es schiefgehen sollte ich nur die eigentliche Strafe bezahlen müsse. Weit gefehlt. Zu den obligatorischen 100 € kamen noch weitere Gebühren dazu.

Da dachte ich mir …. ok. Kannst du nicht ändern, ist jetzt so. Find dich damit ab.

Im nächsten Fall, wie es der Zufall will, bin ich in Schöndorf, an rechts parkenden Fahrzeugen mit 6 km/h über den erlaubten 30 km/h vorbeigefahren und wurde dabei ebenfalls geblitzt. Aber weil ich hier aus Wut eine Dose nach hinten schmiss, sah es so aus, als ob ich telefonierte.

Auch hier habe ich “Voigt regelt” genommen. Mit entsetzen musste ich feststellen, dass sich hier wieder auf die Wartungspapiere berufen wurde anstelle meine Unschuld beim Fahren zu beweisen. Natürlich ging das auch in die Hose.

Mittlerweile zeichnet sich hier eine Frage ab. Aus welchem Grund sollte hier der Anwalt für mein Recht kämpfen? Der Anwalt bekommt doch so oder so das Geld von meiner Versicherung. Ja drängt sich hier noch eines umso mehr in meinen Gedanken. So bleibt kein langer Klageweg und das Geld kommt beständig in Anwalts Kasse.

Ein Schelm der Böses dabei denkt 🙂

Ich………. bin auf jeden Fall jetzt schlauer….